Kräftiger Rasen – erst Kalk, dann Dünger

Die saftige Rasenfläche bleibt nicht allein durch regelmäßiges Mähen schön, es kommt auch auf die passende Nährstoffmenge an. Dennoch ist es falsch, direkt zum Dünger zu greifen. Gerade dann, wenn die Rasenfläche bereits im Moos erstickt, wird Dünger dem Rasen nicht helfen. Dieser kann wie alle anderen Gewächse seine benötigten Nährstoffe nur innerhalb eines gewissen pH-Werts überhaupt aufnehmen.

Dies ist ein Gastbeitrag von Robert aus der Redaktion von familiengarten-tipps.de

Wer diesen pH-Wert nicht erreicht, sollte seinen Rasendünger vorerst stehen lassen. Auch andere Pflanzen benötigen einen bestimmten pH-Wert. Rasenmoos, Sauerampfer und Hahnenfuß mögen es saurer als unser Rasen, Gartenkalk kann den pH-Wert anheben. Disteln, Klee und Löwenzahn mögen es alkalischer. Wenn diese Unkräuter gut gedeihen wäre also auf Gartenkalk zu verzichten.

Es gibt Rasenflächen, da wächst zur einen Seite das Moos, zur anderen der Klee. Es wäre möglich, aus dem Bauch heraus Gartenkalk dort aufzutragen, wo die Rasenfläche vermoost. Dort, wo weder Klee noch Moos wachsen, wäre eine viel geringere Kalkmenge denkbar. Wer es genau nimmt, ersteht einige pH-Tests für Bodenproben und prüft den pH-Wert der jeweiligen Bereiche.

Der pH-Zielwert für Rasenflächen:

  • auf Sandböden von 5,5 bis 6 pH
  • mittelschwere Böden 6 bis 6,5 pH
  • für schwere Lehmböden 6,5 bis 7 pH

Erhaltungskalkung und Kalkung

Körniger Gartenkalk lässt sich leicht mit dem Streuwagen auftragen. Je nach Hersteller setzt sich dieser Gartenkalk nicht nur aus Kalk zusammen, dann wäre die Dosis zu erhöhen. Diese liegt für die Erhaltungskalkung auf Sandböden bei 150 Gramm pro m² – aber nur alle drei Jahre. Für schwerere Böden darf es auch etwas mehr sein.

Wer über Jahre die Erhaltungskalkung vergessen hat und neu beginnt, sollte sich genau überlegen, wie sauer die einzelnen Teilbereiche sind, oder in ein pH-Testset für Bodenproben investieren. Um den pH-Wert um eine Stufe zu erhöhen, wären diese Mengen notwendig:

  • Sandböden mit 250 Gramm je m²
  • mittelschwere Böden mit 375 Gramm je m²
  • schwere Lehmböden mit 500 Gramm je m²

Mehr als 300 Gramm je m² sollen nicht in eins aufgetragen werden. Es bleibt möglich, nach vier Wochen erneut Gartenkalk aufzutragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für Gartenkalk?

Gartenkalk funktioniert nicht wie Dünger. Er löst sich im sauren Boden innerhalb von Wochen auf und hebt dadurch den pH-Wert. Es bleibt möglich, dass Gartenkalk mit Dünger reagiert und sich auch beim Dünger die Wirkung aufhebt. Deswegen sollen entweder Kalk oder Dünger auf die Fläche. Gedüngt wird während des Wachstums, Kalk kommt spät oder früh im Jahr auf die Fläche.

Das Kalken der Rasenfläche im Herbst kann Rasenkrankheiten wie den Schneeschimmel fördern. Deswegen wäre es besser, das zeitige Frühjahr abzupassen. Im Idealfall wird Rasenkalk mit dem Streuwagen kurz vor dem Nieselregen aufgetragen. Platzregen ist zu vermeiden, der Kalk soll nur in den Boden gelangen und nicht fortgespült werden.
Wäre das Wetter im zeitigen Frühjahr bereits gut genug, wäre sogar ein vorheriges Vertikulieren anzuraten. Der Kalk rieselt besser in den gelockerten Boden.

Für wiederholtes Kalken im Frühjahr lässt sich die erste Düngergabe auch später planen. Besser ist es, alle paar Jahre mit der Erhaltungskalkung zu arbeiten und nicht so viel auf einmal zu geben.

Nach dem Kalken den Dünger nicht vergessen

Zwischen ein und zwei Monate sollen nach dem Kalken insgesamt verstreichen, dann geht es mit dem Dünger weiter. In diesem soll Eisen enthalten sein. Eisen schadet dem Moos und Klee, nicht aber der Rasenfläche. Ansonsten sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) die wichtigsten Nährstoffe.

Stickstoff: Die Gabe von Stickstoff wird durch die meisten Pflanzen durch einen stärkeren Wuchs belohnt. Wer im Frühjahr nicht so viel mähen möchte, sollte vielleicht nicht zu viel Stickstoff im Dünger haben? Im zeitigen Herbst kann Stickstoff noch einen letzten Schub auslösen und wäre deswegen eine Überlegung wert.

Phosphor: Die Gabe von Phosphor führt zu einer üppigen Blüte und guten Fruchtbildung – beides ist bei Rasenflächen nicht gegeben. Phosphor ist deswegen nicht unwichtig, es ist aber anteilig nicht so viel notwendig.

Kalium: Die Gabe von Kalium macht den Rasen gegen Trockenstress oder den frostigen Winter robuster. Er soll deswegen nicht zu knapp im Rasendünger enthalten sein, und gerade in der Herbstdüngung darf es etwas mehr sein.

In einigen Rasendüngern sind bereits Kalzium oder Magnesium enthalten – es ist davon auszugehen, dass alle chemischen Zusammensetzungen miteinander harmonieren. Dann kann Rasendünger den pH-Wert steigern.

Auch andere Nährstoffe wie Schwefel sind häufig im Rasendünger enthalten. Auf 14 Einheiten Stickstoff soll eine Einheit Schwefel einwirken, um zu einem saftig grünen Wuchs zu verhelfen.

Düngen – Frühjahr, Sommer, Herbst

Genau wie beim Gartenkalk soll direkt nach dem Auftragen nicht die pralle Sonne scheinen und es soll kein Platzregen alles wegspülen. Bewölktes, trockenes Wetter mit anschließendem leichten Dauerregen sind optimal.

Viele Hersteller für Rasendünger bringen mehrere Produkte mit unterschiedlicher Zusammensetzung heraus. Für das Frühjahr ist der Stickstoffanteil häufig sehr hoch. Für den Sommer und vor allem den Herbst ist der Kalium-Anteil höher. Dann gibt es schnell wirksamen Dünger und den sogenannten Langzeitdünger. Die chemischen Verbindungen können immerhin so gestaltet sein, dass sie sich zum Teil langsam abbauen.

Neben diesen chemischen Düngemitteln gibt es organischen Dünger, der aber fast immer viel weniger gehaltvoll ist. Organischer Dünger ist durchaus besser, es muss aber quantitativ fast immer deutlich mehr aufgetragen werden. Dafür baut organischer Dünger die wertvolle Humusschicht auf, während chemischer Dünger das Gegenteil bewirken kann.

Die Herstellerangaben auf den Verpackungen sind genau zu studieren. Nicht nur die empfohlene Menge pro m², sondern auch die Jahreszeit für die Ausbringung können sich unterscheiden. Demnach wäre ein Langzeitdünger im Frühjahr auch für den Sommer schon wirksam. Im Herbst wäre ein Langzeitdünger hingegen unsinnig. Und je nach Gehalt kann dieselbe Menge zu knapp sein oder bereits schaden.

Dies ist ein Gastbeitrag

von Robert aus der Redaktion von familiengarten-tipps.de