Clematis vermehren durch Ableger oder Stecklinge

Sie wächst so schön und erhält viel Lob von Betrachtern – meine Clematis am Gartenzaun. Um auch Freunden einen Ableger zu schenken, würde ich die Waldrebe, so wie sie auch genannt wird, gerne verschenken. Aber wie erhalte ich einen Ableger? Oder klappt es mit Stecklingen besser. Das möchte ich gerne testen…

Ableger

Die einfachste Methode, um Clematis zu vermehren, ist die Verwendung von Ablegern. So heißt es zumindest in vielen Beiträgen im Internet. Für diese Methode wird ein langer, kräftiger Trieb verwendet, der jedoch noch nicht zu alt sein sollte. Ich habe mich für einen Trieb am Rand entschieden, da dort auch das Pflanzgefäß angebracht werden kann.

So soll es funktionieren:

  1. Ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde füllen. Ich entscheide mich allerdings für normale Blumenerde.
  2. Grabe das Gefäß in Bodennähe der Clematis ebenerdig ein. Auch hier habe ich einen Planztopf im Rankgitter entschieden, da ich ebenerdig keinen Trieb habe.
  3. Entferne den ausgewählten Trieb von der Rankhilfe.
  4. Lenke den Trieb vorsichtig in Richtung des Topfes.
  5. Entferne die Blätter an der Stelle, wo der Trieb die Erde berührt, und schneide den Trieb ein.
  6. Fixiere den Trieb mit Draht oder einem Zelthering.
  7. Jetzt ist es wichtig, dass der Topf immer gut gewässert ist. Ich habe auch noch etwas Rindenmulch hinzugefügt, um dadurch Verdunstung etwas zu minimieren.

Jetzt kann der Absenker in Ruhe Wurzeln schlagen. Der restliche Trieb sollte jedoch nicht einfach herumhängen. Ich habe ihn in meinem Fall an einen Bambusstab gebunden.

Im Winter werde ich den Ableger vor Frost schützen, indem ich Laub oder Reisig darüber lege. Vielleicht werde ich den Pflanztopf auch noch mit Vlies umwickeln. Im Frühjahr zeigt sich dann hoffentlich, ob die Vermehrung erfolgreich war: Wenn am abgesenkten Trieb Blätter wachsen, ist die Methode gelungen. Dann kannst du den Trieb von der Mutterpflanze abschneiden und ausgraben.

Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge soll fast immer gelingen. Das wird noch zu prüfen sein 😉
Wichtig ist, dass der verwendete Trieb gesund ist und keine Schädlinge aufweist und kräftig im Wuchs ist. Die Stengel meiner abgeschnittenen Triebe sind leicht hölzern.

Die noch unbearbeiteten Triebe

So soll es funktionieren:

  1. Ich schneide einen etwa 20 cm langen Trieb ab.
  2. Anschließend ritze ich mit einem Messer eine schräge Kerbe in den Stengel
  3. Nun entferne alle Blätter vom Trieb, außer den beiden obersten.
  4. Falls gewünscht, kannst du das untere Ende des Stecklings in Bewurzelungspulver tauchen. Das habe ich allerdings nicht vorrätig und versuche es ohne
  5. Ich fülle die Anzuchttöpfe aus dem Baumarkt mit Anzuchterde und stelle diese dann in den Anzuchtkasten.
  6. und stecke den Steckling zu etwa drei Vierteln in die Erde.
  7. Decke das Gefäß mit einer transparenten Haube ab, zum Beispiel einer Plastiktüte. Ich habe mich für einen Anzuchtkasten-Set mit Deckel entschieden (gab es mal im Discounter).
Ich ritze ich mit einem Messer eine schräge Kerbe in den Stengel

Stelle das Pflanzgefäß an einen warmen, halbschattigen Ort – also keine direkte Sonne. Ich habe mich für das Badezimmer entschieden. Zur Vermeidung von Schimmelbildung werde ich täglich kurz den Deckel abnehmen. Dabei werde ich die Erde gleichzeitig kontrollieren und prüfen, ob sie noch feucht genug ist. Sie darf auf keinen Fall austrocknen, sonst gelingt die Wurzelbildung nicht.

Mit einem Bambus-Stock steche ich Löcher für die Stecklinge

Nach ungefähr acht Wochen sollte ich hoffentlich die erste Erfolge sehen: Sollte der Steckling austreiben, darf ich die Haube enrfernen. Weiteres Gießen und beobachten ist natürlich weiterhin Pflicht ;-). Wenn sich beim Anzuchttöpfchen kleine Wurzeln zeigen, ist die Pflanze gut durchwurzelt. Dann ist Umtopfen in ein größeres Gefäß angesagt und ich könnte die Pflanze weiterverschenken!

Ich bin gespannt und melde mich in Kürze zu den Ergebnissen…

Der fertige Anzuchkasten